Sendungen

Über meine Sendungen

Sonntag, 18.10.2020:
Wie ist es um die Ruhe auf unseren Almen bestellt? Wenn man mich fragt, sage ich klar heraus: „Gar nicht!“. Was ich Mitte September während eines Interviews für die „Almer-Sendung“ erlebt habe, ist nicht akzeptabel und stößt bei mir auf kein Verständnis. Nicht ungehobelte Wanderer waren es, die mir da am Nerv gingen, sondern Flugzeuge – den ganzen Nachmittag ein Abfangjäger nach dem anderen, dann endlich ein wenig Ruhe von diesen, ging’s erst so richtig los: ein sogenannter „Kunstflieger“ kam da im mittleren Tiefflug daher, geradewegs über die so friedlichen Almen am Feuerkogel um gleich danach, mit einem Höllenlärm, wieder zu verschwinden. Der Feuerkogel ist bekannt für seine Paragleiter und Drachenflieger, nicht auszudenken, was wäre, wenn dieser „Kunstflieger“ einen von denen direkt begegnet. Ist es denn wirklich notwendig, Kunstflugübungen über ausgewiesenen Erholungsgebieten zu machen? Nur weil die auf dem Fluggerät abgebildeten Signets versprechen „Flügel zu verleihen“? An die Wild- und Weidetiere – und auch friedliche Wanderer, die hier aufschrecken, denkt da wohl kaum jemand… Weit haben wir es gebracht, manchmal schäme ich mich, ein Mensch zu sein…

Montag, 3.8.2020:
Pfeifertag 2019 am FeuerkogelWährend andere um diese Zeit Urlaub machen, gehts für mich einigermaßen rund beim Sendungsmachen, denn was ich mir da vorgenommen habe, ist für einen Hobby-Moderator und nebenbei auch noch Hobby-Krippenbauer und Hobby-Figurenschnitzer… gar nicht wenig. Aber solange man was gerne macht, ist es keine Belastung. Corona, Covid und wie immer dieses Ding auch immer heißt, hat auch eine Veranstaltung platzen lassen, die mir sehr am Herzen liegt: Das alljährliche Pfeifertreffen am 15. August findet heuer nicht statt. Grund genug für mich, mich, mit dem verantwortlichen Pfeifervater Kontakt aufzunehmen und mich mit ihm abzustimmen. So, und jetzt gibts doch einen Pfeifertag 2020, nämlich im Freien Radio Salzkammergut, am 15.8.2020, von 12-13 Uhr. Mein Sendungskollege Franz Schindlauer hat mir gefälligerweise seinen Sendeplatz für diesen Anlaß übertragen und so darf ich eine „Volksmusik zur Mittagzeit – Spezial“ machen und moderieren. Gegenständlich wird in dieser Sendung ein Rückblick auf den Pfeifertag 2019 am Feuerkogel bei Ebensee gemacht und auch der neue Durchführungsort vom Pfeifertag 2021 verraten. Das geschieht traditionsgemäß erst am aktuellen Pfeifertag gegen Mittag und so halte es auch ich mit der überlieferten Tradition, daß dieser Termin erst kurzfristig in meiner Sendung bekanntgegeben wird.

Montag, 3.8.2020:
Corona - musikalische Skizzen von Georg ReindlSoeben habe ich den Schnitt für meine Sendung „Ums Eck umi g’schaut“ für den Sonntag, 16.8.2020, soweit fertig, und ich muß sagen, es war eine Herausforderung für mich. Zwei Themen hab ich mir da vorgenommen und die beiden Themen sollten sich auch sinnvoll ergänzen. Daß es schlußendlich so harmonisch klappte, mag Zufall sein oder vielleicht auch Bestimmung.
Anfangs schien mir diese Sendung undurchführbar, denn bei meinem Aufenthalt im Juni beim Georg Reindl in Moosburg (Bayern) haben wir seine Corona-Komposition bloß am Rande angesprochen und der Georg hat mir eine der CDs mit der Aufnahme geschenkt. Als ich nach meiner Rückkehr die CD mit Aufmerksamkeit anhörte, ging mir diese Musik extrem nahe und mir stieg im wahrsten Sinn des Wortes „die Gänsehaut“ auf. Damit war für mich klar, da will ich was machen. Aber was? Eine Sendung jedenfalls sollte es werden.

Ich war glücklich wie kaum jemals zuvor in meinem Moderator-Dasein, daß ich so aus dem Bauch heraus für meine Sendung im Freien Radio Salzkammergut den Namen „Ums Eck umi g’schaut“ gewählt habe. Jetzt, genau jetzt zeigt es sich, daß dies der maßgeschneiderte Namen für meine Sendereihe ist, denn ob Bayern, Südtirol, Kärnten, Vorarlberg oder sonst wo auf unserer schönen Welt, überall kann „ums Eck“ sein. Und die Aufgeschlossenheit der Senderleitung kommt mir hier ebenfalls sehr entgegen. Alles was ich in meiner Sendung mache und bringe, geschieht ohnehin auf meine Eigenverantwortung, soll aber doch irgendwie ins gemeinsam erarbeitete Format passen und sich hineinfügen. Und das ist genau auch meine Einstellung, die mich stolz und glücklich macht, Hobby-Moderator beim FRS sein zu können und dürfen.

Klar, daß ich auch selbst für die Qualität meiner Sendungen verantwortlich bin und auch sein möchte. Man wird auch selbst mit der Zeit anspruchsvoller, nicht die Abnützung ist schuld daran, daß ich nach 2 Jahren bereits das 3. Aufnahmegerät verwende und das 2. wirkliche Studiomikrophon, sondern der wachsende eigene Anspruch. Und dann die Herausforderung, ein Telefoninterview für eine Sendung zu machen, die mir ganz besonders am Herzen liegt (eigentlich liegt mir ja ohnehin jede meiner Sendungen sehr am Herzen…). Keine Erfahrung, keine technische Ausrüstung dafür und, und, und. Gar an unser Sende-Studio in Bad Ischl dachte ich schon. Aber wer nicht versucht, kann auch nichts erreichen. So fand ich die Lösung an meinem Handy, das ich auf Lautsprecher schaltete und das Aufnahmegerät in die Nähe des Handys stellte. Ich selber sprach zusätzlich noch über mein altes (gut, wenn man ein solches hat) Aufnahmegerät. Alles in der Hoffnung, daß es klappen wird, Und es hat geklappt.
Nun habe ich die Sendung für den 16. August erstmals „probegehört“ und ich denke, da gibt es kaum was auszusetzen und ich bin sicher der Kritischste was meine Sendungen anbelangt. Alsdann, ich freu mich auf ein herzliches „Zuhören“ am Sonntag, 16.8.2020, von 8-9 Uhr, im Freien Radio Salzkammergut.

Dienstag, 28. Juli 2020:
Das Moderatorenleben ist voller Überraschungen und Freuden. So viele liebe Menschen lernte ich nicht zuvor in meinem Leben kennen als in den letzten 2 1/2 Jahren, eben seit ich Radiomacher bin. Allein vor gut 1 Jahr, als ich mit Brigitte, meiner Frau, auf der Steinkogelhütte in der Oststeiermark war, um bei einem musikalischen Almhalter-Treffen als Zuhörer und -Seher mitzuwirken. Norbert und Maria, ein rühriges Musikanten-Ehepaar spielte dort auf und es entstand eine nette Verbindung zwischen uns, oder der Ferdinand Rinnhofer, einer der „Geiregger“, den ich bislang nur vom Telefon kenne, aber dennoch sich eine angenehme Atmosphäre entwickelte. Oder die beiden Bayern, die ich im Juni 2020, im Zuge einer Sendungsproduktion zum 5. Todestag von Slavko Avsenik kennenlernte, den Rolf Bolliger und den Georg Reindl, die sich als wahre Experten der Oberkrainer-Kenner zeigten und mir spontan für die Sendung Interviews gaben, beide kannten den Slavko persönlich.

Freitag, 24. Juli 2020:
Wenn die Themen immer mehr werden und die vereinbarten Sendezeiten beginnen, nicht mehr auszureichen, dann wird es kritisch. Hat mir „Corona“ im März einen gewaltigen „Strich durch die Rechnung“ gemacht, so spüre ich diese Auswirkungen nach wie vor. Zwei halbfertige, nicht vollendbare Sendungen, mehrere vereinbarte Interviewtermine nicht durchführbar und dann die Ungewißheit, wie lange dieser Spuk noch dauern würde – das bedeutet Streß im Alltag eines alternden Hobbymoderatoren wie mich. Aber Streß kenne ich eigentlich gar nicht und wurde dafür oft schon „schief angeschaut“, weil Streß ist modern, den hat jeder und wer keinen Streß hat, der hat auch kein Verantwortungsgefühl, bla, bla, blah.

Karl Pumberger-Kasper„Improvisation ist das halbe Leben“, meinte oft meine selige Mutter und die hatte (fast) immer recht. Also Sendung improvisieren. Soll ich meine Frau alternativ interviewen, du darfst ja keinen Menschen persönlich und direkt kontaktieren, der nicht im gemeinsamen Haushalt wohnt, so hat es ab Mitte März geheißen. Aber telefonieren kann man und darf man. Und damit war für mich der Weg frei. An meinen lieben Bekannten, den Heimatdichter Karl Pumberger-Kasper hab ich gedacht und in meinem Tonarchiv nachgeschaut, ob ich noch genug passende Beiträge für eine Sendung habe und gemeinsam mit meiner Frau produzierte ich eine spontane Humor-Sendung „Schenken wir uns ein Lächeln“ mit Beiträgen vom Karl Pumberger-Kasper und dazu passende Volksmusik und ein paar Moderationen halt auch von mir und meiner Frau – so einfach aus dem Stehgreif – Humor kennt keine Grenzen und tut besonders in nicht so guten Zeiten bekanntlich gut.
Es war eine Sendung, die besonders hohen Anklang fand und mich dazu animierte, nachdem Corona noch keine Anstalten machte, sich zu „vertschüssen“, eine zweite Sendung im Folgemonat zu produzieren. Da wurde ich unter den von meinem Vater vererbt bekommenen Schallplatten fündig, wo mir eine alte LP von und mit Karl Panzenbeck gleich einmal ins Auge stach. Ja, der Karl Panzenbeck, den ich vom Radio-Frühschoppen in meinen Kindheitstagen kannte und der mir mit seinem Stimmverstellen auch nach 50 Jahren noch immer im Gedächtnis lag. Kein Problem, wieder mit meiner Frau vor dem PC, wurde die nächste Humor-Sendung mit dem Titel „Humor aus Waglbach“. Gerne hätte ich ja hier ein paar Informationen über den von mir hochgeschätzten und verehrten Karl Panzenbeck eingebaut, doch was im „Wikipedia“ steht, wissen die Leute sowieso und anderswo „Insider-Informationen“ herzubekommen ist leider nicht immer ganz leicht. Dafür habe ich im Zuge dessen einige leibe Bekanntschaften gemacht, coronazeit-bedingt eben nur telefonisch, aber immerhin doch, wie etwa die Irmi Zenz mit ihrem Turnauer Dreigesang, die sogar mit dem Karl Panzenbeck gemeinsame Auftritte hatte.

Donnerstag, 2. Jänner 2020:
Was kann das Jahr schon Gutes bringen, wenn es mit einer Todesnachricht beginnt. Ich war grad mit Brigitte ein paar Tage über den Jahreswechsel im Mühlviertel, als ich in Bad Zell in der Kirche bei den Todesanzeigen (normalerweise schau ich in fremden Kirchen nie da drauf…warum auch?) einen mir bekannten Namen lesen mußte: „Rudolf Bodingbauer“ stand da und als ich auch noch den Musikbezug lesen konnte, war mir klar, es handelt sich um den von mir sehr geschätzten Professor, der mich auch bei meinem Musikstudium auf der „Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz“ förderte und unterstützte. Es war ein Außerordentliches Studium neben meinem Beruf und neben Familie und allem was dazu gehört. Spontan bat ich die Sendeleitung vom Freien Radio Salzkammergut um einen Termin für eine Extrasendung und bekam diesen auch umgehend. Mein Moderatorenkollege Franz Schindlauer überließ mir seine Sendezeit für ein „Blasmusik aktuell – Spezial“ und ich produzierte innerhalb weniger Tage eine „In Memoriam – Sendung“. Keine einzige Tonaufnahme hatte ich vorerst zur Verfügung von der Militärmusik Steiermark, die Rudolf Bodingbauer lange Zeit leitete. Nach wenigen Tagen hatte ich mehrere Schallplatten in meinem Eigentum, von denen ich einige Titel in die Sendung einbaute.

Kommentare sind geschlossen.